Melanodontie wird häufig auch als "Black Stain" bezeichnet. Hierbei handelt es sich um dunkel eingefärbte Rückstände auf den Zähnen, ganz speziell am Rand zum Zahnfleisch. Die Erkrankung tritt vor allem bei Kindern im Alter zwischen 5 und 15 Jahren auf. Immer muss Melanodontie professionell durch einen Zahnarzt behandelt werden. Eine eigenständige Behandlung, beispielsweise durch gründlicheres Putzen, ist nicht möglich und wird die bereits existenten Rückstände auch nicht vollständig entfernen. 

Obwohl diese "Black Stains" aus ästhetischer Sicht unschön sind, stellen sie keine unmittelbare Gefahr für Betroffene dar. Anders als beispielsweise Plaque, welches die Zähne direkt angreift und auch Schäden am Zahnfleisch verursachen kann, ist Melanodontie aus medizinischer Sicht harmlos. Die schwarzen Verfärbungen greifen nicht direkt die Zahnsubstanz und auch nicht das Zahnfleisch an.

 

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Verbreitung von Black Stain

Melanodontie tritt in erster Linie bei Kindern und Jugendlichen auf. Untersuchungen zeigen, dass im Alter zwischen 6 und 11 Jahren ungefähr 4 Prozent aller Kinder von den schwarzen Zahnverfärbungen betroffen sind. Die Zahnverfärbungen können folglich bereits bei den Milchzähnen auftreten. Bei Erwachsenen tritt Melanodontie im Regelfall nicht auf. 

Ursache für Melanodontie

Die Ursachen von Black Stain sind bereits umfassend erforscht. Melanodontie tritt auf, wenn sich chromogene (färbende) Bakterien auf den Zähnen niederlegen. Die Farbstoffablagerungen ziehen sich in der Regel girlandenförmig um den Zahnfleischsaum. Die Ablagerungen entstehen aus der Kombination von Speichelbestandteilen und bakteriellen Stoffwechselprodukten. Die Speichelbestandteile enthalten Eisen, weshalb auch die Ablagerungen vom Black Stain Eisensulfid enthalten. Die bakteriellen Stoffwechselprodukte, welche ebenfalls für eine Reaktion notwendig sind, haben nur sehr wenige Menschen in ihrem Körper. Sie wiederum sind das Ergebnis verschiedener Bakterienarten. Obwohl es sich hierbei um Bakterien handelt, sind diese für die Gesundheit nicht schädlich. 

Während die Ursachen für das Auftreten der Zahnverfärbungen bekannt ist, ist aus medizinischer Sicht jedoch noch nicht erforscht, warum Black Stain mit dem Eintritt in die Pubertät wieder verschwindet. Bei Erwachsenen ist Melanodontie keine präsente Erkrankung. 

Umgang mit und Behandlung von Black Stain

Betroffene haben, sofern eine Melanodontie-Erkrankung vorliegt, nur sehr wenig Einfluss darauf. Fälschlicherweise wird aufgrund der schwarzen Beläge oftmals angenommen, die Betroffenen hätten sehr schlechte Zähne oder würden diese nicht ausreichend pflegen, was erwiesenermaßen aber nicht der Fall ist. Selbst durch sehr gründliches Putzen der Zähne lassen sich diese Verfärbungen nicht verhindern, wenn die Betroffenen die Bakterienarten in ihrem Stoffwechsel besitzen und unfreiwillig verarbeiten. Das Auftreten der Zahnverfärbungen kann teilweise durch sehr gründliches Putzen, idealerweise mit einer Schallzahnbürste, aber zumindest verlangsamt werden. Haben sich diese dunklen Ablagerungen bereits auf den Zähnen gebildet, müssen sie dennoch von einem Zahnarzt entfernt werden. Zähneputzen, egal wie gründlich und häufig, hilft nicht bei der Bekämpfung bereits existenter Rückstände.

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Zahnärzte können die Zahnverfärbungen behandeln, indem eine gründliche Zahnreinigung vollzogen wird. Da Betroffene keinen direkten verlässlichen Einfluss auf die Frequenz und Intensität der Verfärbungen haben, ist eine solche Reinigung teilweise halbjährlich oder gar aller drei bis vier Monate notwendig. Zahnärzte greifen bei der Entfernung von Black Stain beispielsweise auf spezielle Verfahren zum Polieren oder auf das Pulverstrahlverfahren zurück. Ähnlich wie bei einer professionellen Zahnreinigung, werden die Beläge so gründlich und schonend vom Zahn abgetragen. Finden eine solche Politur oder eine Anwendung vom Pulverstrahlverfahren aller drei bis sechs Monate statt, sind keine Schäden am Zahnschmelz zu erwarten. Bei erneutem Auftreten, was durchaus zu erwarten ist, müssen die Behandlungen jedoch ebenfalls wiederholt werden. 

Wissenswertes zu Melanodontie

Aufgrund des seltenen Auftretens ist weder der Begriff "Melanodontie" noch "Black Stain" allgemein geläufig. Betroffene beziehungsweise deren Eltern vermuten hinter den schwarzen Ablagerungen daher oftmals Karies, schlechtes Putzen oder andere Rückstände. Hier erhalten Sie wichtiges Wissen und hilfreiche Fakten zu Melanodontie noch einmal kompakt auf einen Blick:

  • Black Stain resultiert nicht aus schlechter oder mangelnder Zahnpflege
  • lediglich rund vier Prozent der Kinder- und Jugendlichen sind betroffen
  • diese klagen dadurch oftmals über Hänseleien und ein reduziertes Selbstbewusstsein
  • die Symptome von Melanodontie können lediglich durch einen Zahnarzt entfernt werden
  • Forscher berichten in neuesten Studien, dass Melanodontie-Betroffene weniger häufig an Karies erkranken
  • die Zahnverfärbungen sind unästhetisch, aber nicht gefährlich für die Gesundheit der Zähne

Weil es sich bei Melanodontie nicht um eine gesundheitsgefährdende Erkrankung der Zähne handelt, müssen die Kosten für eine Entfernung in der Regel eigenständig von den Eltern getragen werden - Zuschüsse durch die Krankenkasse finden nur ausgesprochen selten statt. Die Intervalle, bis diese Rückstände in der angegebenen Altersgruppe wieder auftreten, können mitunter durch sehr gründliches Putzen und den Einsatz einer Schallzahnbürste verzögert werden - es ist jedoch damit zu rechnen, dass diese bei Betroffenen vor der Pubertät erneut auftreten können. Durch die schonende Reinigung durch einen professionellen Zahnarzt wird der Zahnschmelz bei der Entfernung nicht verletzt.