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Distraktionsosteogenese (Verlängerung des Kieferknochens)

Einigen Lesern wird die Distraktionsosteogenese gewiss aus der orthopädischen Chirurgie bekannt sein, bei der diese zum Beispiel zur Verlängerung von Röhrenknochen eingesetzt wird. In diesem Anwendungsbereich trägt die Distraktionsosteogenese (Synonym: Kallusdistraktion) nämlich seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich zur Verlängerung von Extremitätenknochen bei. Insbesondere ist sie nach Verletzungen, Entzündungen oder Traumen hilfreich. Seit etwa 1995 wird die Distraktionsosteogenese auch im Bereich des Gesichtsschädels eingesetzt.

Die Distraktionsosteogenese im Bereich des Gesichtsschädels

Dabei hat sich hierzulande insbesondere die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover mit der Erforschung dieser Technik befasst. Haupteinsatzgebiet der Distraktionsosteogenese war dabei zunächst die schrittweise Verlängerung des Unterkieferknochens, also die horizontale Knochengewinnung. Nach dem schonenden Durchtrennen des Knochens kann dieser mit einer speziellen, von innen oder außen zu bedienenden Apparatur gedehnt werden. Mit dieser Methode lässt sich zum Beispiel ein verkürzter Gesichtsschädelknochen um circa einen Millimeter pro Tag verlängern. Dadurch sind aufwändige Operationen mit Knochentransplantationen, Platten und Schrauben nicht mehr notwendig.

Die Distraktionsosteogenese in der Zahnmedizin

In der Zahnmedizin im Besonderen stellt die Distraktionsosteogenese eine neue minimalinvasive Technik dar, die sehr gewebeschonend arbeitet und dem Ziel dient, den Kieferknochen zu verlängern. Im Rahmen eines kleinen operativen Eingriffs unter örtlicher Betäubung werden Knochenbruchstücke voneinander getrennt und so das Wachstum von Knochen und Gefäßen im Freiraum angeregt.

Wie läuft eine Distraktionsosteogenese in der Zahnmedizin im Konkreten ab?

Vor dem eigentlichen Eingriff wird der Patient im Rahmen eines Gesprächs über die Chancen und Risiken und ggf. alternative Behandlungswege zu einer Distraktionsosteogenese informiert. Entscheidet man sich für eine Distraktionsosteogenese werden zur Vorbereitung Röntgenaufnahmen gemacht.

Während einer Distraktionsosteogenese trennt der Arzt dann ein Knochensegment des Kiefers von seiner Basis ab. Wichtig dabei ist, dass das mobilisierte Segment über das Periost mit dem übrigen Knochen verbunden bleibt. Anschließend wird die Distraktionsschraube am Knochensegment und an der Knochenbasis mittels Mikroschrauben befestigt.

Eine Woche nach der Operation kann mit der Dehnung des Frakturspaltes begonnen werden. Der Patient kann die Schraube selbst bedienen und dehnt den Spalt täglich um einen Millimeter auf. Somit ist bereits nach acht Tagen ein Zugewinn von acht Millimetern erreicht worden. Danach lässt man die Wunde circa zehn Wochen ruhen, um in einer zweiten Operation die Distraktionsschraube wieder zu entfernen und gleichzeitig gegebenenfalls die zu setzenden Implantate zu inserieren.

Es gibt aber auch Distraktionsschrauben, die nach Beendigung der Distraktion und der Ausheilung die Funktion eines Implantates übernehmen und nur noch mit einer Suprakonstruktion versehen werden müssen.

Wie kann ich als Patient zu einer gelungenen Distraktionsosteogenese beitragen?

Nach der Distraktionsosteogenese sollten Sie sich körperlich schonen und zum Beispiel auf körperliche Aktivitäten, wie Sport verzichten, da dies das Auftreten von Nachblutungen erhöht. Den gleichen nachteiligen Effekt kann das Trinken von Alkohol oder Koffein nach sich ziehen. Ebenso sollte man in erster Linie nicht zu harte Nahrung zu sich nehmen, da dies den Heilungsverlauf stören kann. Dies gilt im Besonderen nach der ersten Operation.

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